Unfallschaden in München: Schritt-für-Schritt Anleitung
Ein Autounfall ist stressig. Mit dieser Anleitung wissen Sie genau, was zu tun ist – und wie Sie Ihre Ansprüche vollständig geltend machen.
Sofort nach dem Unfall: Die ersten 5 Minuten
Sicherheit zuerst
- Zündung ausschalten, Warndreieck aufstellen (50 m vor dem Unfall), Warnweste anziehen
- Notruf 112 bei Verletzten oder Gefahren
- Unfallzeugen ansprechen und Kontaktdaten notieren
Polizei rufen – wann ist es Pflicht?
- Bei Verletzten (auch leichten), Fahrerflucht oder Trunkenheitsverdacht: immer rufen
- Bei Sachschäden über 1.000 Euro oder unklarer Schuldfrage: dringend empfohlen
- Im Zweifel lieber anrufen – ein Polizeibericht schützt Sie später
Erste Stunde: Dokumentation & Kontakte
Fotos machen
- Gesamtsituation: Position aller Fahrzeuge, Straßenzustand, Beschilderung
- Details: alle Schäden am eigenen und am gegnerischen Fahrzeug aus mehreren Winkeln
- Kontakte: Polizeiausweis, Führerschein und Versicherungskarte des Gegners fotografieren
Daten des Unfallgegners notieren
- Person: Name, Vorname, Telefon, Adresse
- Versicherung: Name, Policennummer
- Fahrzeug: Marke, Modell, Kennzeichen, Fahrgestellnummer
Erste 24 Stunden: Versicherung benachrichtigen
Rufen Sie noch am Unfalltag Ihre Kfz-Haftpflicht- oder Kaskoversicherung an und schildern Sie: Unfallzeitpunkt und -ort, Name und Versicherung des Gegners, Schadenshöhe (grobe Schätzung) und Polizeibericht-Nummer falls vorhanden.
Wichtig: Schicken Sie zusätzlich zum Anruf eine schriftliche E-Mail oder einen Brief mit allen Informationen und Fotos. Das sichert Ihre Ansprüche rechtlich ab.
3–7 Tage: Gutachten und Kostenvoranschlag
Sachverständigen-Gutachten beauftragen
Kontaktieren Sie so früh wie möglich einen unabhängigen KFZ-Sachverständigen. Das Gutachten dokumentiert Reparaturkosten, Wertminderung und Nutzungsausfall – und wird von der gegnerischen Versicherung bezahlt.
Werkstatt-Kostenvoranschlag einholen
Holen Sie parallel ein schriftliches Angebot von Ihrer Werkstatt ein. Starten Sie die Reparatur erst, wenn die Versicherung grünes Licht gegeben hat.
1–2 Wochen: Schadensersatz-Forderung
Mit Gutachten und Kostenvoranschlag stellen Sie eine schriftliche Schadensersatz-Forderung an die gegnerische Versicherung. Fordern Sie alle Posten separat auf: Reparaturkosten, Wertminderung, Nutzungsausfall und Sachverständigengebühren. Setzen Sie eine Zahlungsfrist von 14 Tagen.
Was wenn die Versicherung nicht zahlt?
- Versicherung zahlt sofort: Reparatur beauftragen und alle Rechnungen einreichen
- Versicherung macht Gegenofferte: Mit Gutachten verhandeln – oft 80–100 % der Forderung erreichbar
- Versicherung lehnt ab: Rechtsanwalt einschalten (Rechtsschutzversicherung trägt die Kosten)
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Versicherung nicht sofort benachrichtigen – immer noch am Unfalltag anrufen
- Reparatur starten, bevor die Versicherung zugestimmt hat – immer erst Freigabe abwarten
- Kein Gutachten einholen – ein Gutachten lohnt sich fast immer, die Kosten trägt die Versicherung
- Mit dem Unfallgegner direkt verhandeln – immer mit der Versicherung des Gegners verhandeln
- Erstes Angebot sofort akzeptieren – mit Gutachten mindestens 10–14 Tage verhandeln
Tipps für München
- Werkstatt-Wartelisten einplanen: In München sind 4–6 Wochen Reparaturdauer bei mittleren Schäden normal
- Premium-Fahrzeuge: Ein Gutachten kostet 300–400 Euro, rettet Ihnen aber oft 2.000–5.000 Euro
- Rechtsschutzversicherung: Bei strittigem Schaden ist ein Anwalt mit Verkehrsrecht-Spezialisierung oft kostenlos verfügbar
Fazit
Die richtige Reihenfolge – Sicherheit, Dokumentation, Versicherung, Gutachten, Forderung – schützt Ihre Ansprüche und maximiert Ihren Schadensersatz. Wer strukturiert vorgeht, muss am Ende keinen Cent selbst zahlen.
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